Spielbericht – 18. Spieltag vs. SG Moorsum (H)

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2021/2022 – 18. Spieltag

TuS Holthusen vs. SG Moorsum 23:23 (13:8)

Wieder einen Punkt verschenkt

Es scheint sich zu einem Holthuser Trauma zu entwickeln. Wieder lag man zur Halbzeit komfortabel vorne, wieder kosteten zehn katastrophale Minuten nach Wiederanpfiff den Blau-Weißen den Sieg. Im Heimspiel gegen die SG Moorsum konnte man zumindest einen Punkt retten, das 23:23-Unentschieden war in Summe aber viel zu wenig.

Dieses klare Fazit hat zwei einfache Gründe: Denn während die Holthuser personell aus dem Vollen schöpfen konnten und Trainer Johann Janssen sogar Spielern einen Einsatz verwehren musste, reiste die SG mit einem Rumpfkader von nur sieben Akteuren an. Zudem führten die Hausherren zur Pause dann auch noch mit 13:8 Toren vermeintlich sicher. All das reichte letztlich nicht. Janssen warnte vor dem Spiel eindringlich, die dünn besetzte Gäste-Mannschaft auf keinen Fall zu unterschätzen. Nach ausgeglichenem Beginn gelang es seinen Akteuren nach der Hälfte des ersten Durchgangs erstmals, sich mit drei Toren abzusetzen. Ausschlaggebend dafür waren eine solide Abwehrarbeit und ein starker Steffen Luikenga im Holthuser Tor. Dagegen zeigte man im Angriff, wie bereits in der gesamten Saison, eine viel zu hohe Fehlerquote. Etliche Torchancen, darunter Tempogegenstöße und weitere 100%ige, fanden nicht den Weg in das Tor von SG-Keeper Nilges, an dem sich die Heimsieben immer wieder die Zähne ausbiss und der eine bärenstarke Leistung zeigte. Ohne seine Leistung schmälern zu wollen, war das Holthuser Wurfbild aber leider oft auch mangelhaft bis ungenügend. Trotz allem konnten die Rheiderländer ihre Führung bis zur Pause auf fünf Tore ausbauen.

Vielleicht lag es auch daran, dass man in der Kabine zu sehr an u.a. die letzte Partie in Wilhelmshaven erinnerte, bei der man bekanntlich mal wieder eine deutliche Halbzeitführung verspielte, es sollte nämlich erneut eine zweite Halbzeit zum Vergessen folgen. Drei Minuten lief alles noch „ganz normal“ weiter, bevor der TuS komplett den Faden verlor und im Angriff alles falsch machte, was man falsch machen konnte. Weil in dieser Phase auch die Abwehr keinerlei Zugriff bekam, die Gäste mit jedem erzielten Treffer mehr an die Wende glaubten und auf der Gegenseite bei den Hausherren immer mehr Angst zu erkennen war, Fehler zu machen, drehte die SG mit einem 8:0-Lauf die Begegnung innerhalb von zehn Minuten. Vor allem die Achse Dörlitz/Eilers bekamen die Holthuser dabei nur selten in den Griff. Doch die Janssen-Sieben zeigte in der Folge die richtige Reaktion. Angetrieben von Luikengas Paraden fand man offensiv endlich wieder bessere Lösungen und konterte mit einem eigenen 6:0-Lauf. Wer auf der gut besuchten Tribüne nun dachte, dass diese Drei-Tore-Führung dem TuS nun endlich die nötige Ruhe und Sicherheit geben sollte, um die Partie nach Hause zu bringen, wurde jedoch eines Besseren belehrt. Ausgerechnet zur „Crunch Time“ stellte der TuS-Angriff wieder das Spielen ein, erzielte zehn Minuten keinen Treffer und gab auch diese Führung wieder aus der Hand. Dank eines verwandelten Siebenmeters von Havrilla, dessen Hochzeit man in der Vorwoche noch gemeinsam feiern durfte, und einer weiteren Parade von Luikenga kamen die Holthuser zumindest noch mit einem blauen Auge davon und durften immerhin einen Punkt auf der Habenseite verbuchen.

Aufgrund der Ausgangsposition und den zwischenzeitlichen Führungen fühlte sich dieser Punkt zwar wie eine Niederlage an, allerdings hatten sich die Gäste für ihren leidenschaftlichen Auftritt diesen einen Zähler mehr als verdient und waren schlussendlich sogar dichter dran an einem Sieg als der TuS.

Wie man mit derart wenig Personal auftreten muss, um erfolgreich zu sein, haben die Holthuser sich hoffentlich abgeguckt. Denn in der kommenden Woche fahren die Rheiderländer mit einer noch extremeren Rumpftruppe zur HSG Friedeburg/Burhafe.


TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars Battermann (TW), Linus Kugel (2), Jörg Janssen (5/1), Nico Havrilla (4/1), Markus Janssen (5), Jörn Battermann, Jürgen Dreesmann (1), Marcus Wilken (1), Thomas Pawlik (1), Keno Poppen, Michael Frese (3), Jan Löning (1), Florian Häfner.

Schiedsrichter: Stephan Arends

Spielfilm: 2:1 (5. Min.), 4:3 (10.), 7:4 (15.), 8:5 (20.), 12:7 (25.), 13:8 (Halbzeit), 16:12 (35.), 16:16 (40.), 17:19 (45.), 22:20 (50.), 22:21 (55.), 23:23 (Ende).

Zeitstrafen: 3 (TuS) / 3 (SG)

Siebenmeter: 3 – 2 Tore (TuS) / 4 – 2 Tore (SG)