Spielbericht – 17. Spieltag vs. Wilhelmshavener SSV II (A)

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2021/2022 – 17. Spieltag

Wilhelmshavener SSV II vs. TuS Holthusen 20:16 (9:13)

Leichtfertig verschenkte Punkte

Ohne eine Phrase wie „erst hui, dann pfui“ oder etwas ähnliches ist es eigentlich unmöglich, das Spiel der Holthuser Herrenhandballer am Samstagnachmittag beim Wilhelmshavener SSV II zu beschreiben. Mit 16:20 Toren verloren die Rheiderländer eine Partie, die man nie hätte verlieren dürfen.

Trainer Johann Janssen schien dabei hellseherische Fähigkeiten zu offenbaren, denn als er mit seinen Schützlingen nach den ersten 30 Minuten in der Kabine saß, prophezeite er eine sehr schwierige zweite Halbzeit und hatte, letztlich vollkommen zurecht, große Sorgen, ob die Blau-Weißen wohl den Lohn für eine sehr ordentliche erste Halbzeit einfahren können. Bis dahin zeigten die Holthuser eine wider Erwarten mehr als zufriedenstellende Vorstellung. Vor allem die Abwehr war dabei sehr stark und konnte in den meisten Situationen die quirligen WHV-Rückraumspieler in ihren Wirkungskreisen derart einschränken, dass schlechte Würfe das Resultat waren. Zudem konnten Steffen Luikenga und Lars de Buhr immer wieder Würfe entschärfen. Im Angriff spielte man geduldig und nutzte die sich bietenden Chancen trotz bereits vorhandener Probleme mit der „Backe“ mit einer noch akzeptablen Quote. Dank eines Drei-Tore-Laufs in den letzten drei Minuten des ersten Durchgangs hatte man sich so eine 13:9-Halbzeitführung erarbeitet.

Was dann allerdings nach der Pause passierte, ist schwer in Worte zu fassen. Es dauerte sage und schreibe 18 (!!!) Minuten, bis der TuS sein 14. Tor erzielte. Und es sollten danach auch nur noch zwei weitere Treffer hinzukommen. Sicherlich war ein erheblicher Faktor der für die Holthuser immer schwieriger zu spielende Ball, den die Hausherren fleißig immer weiter mit Haftmittel „einfetteten“. Auch wenn es wie eine schlechte Ausrede klingt, sorgte aber eben genau jene Problematik beim TuS von Minute zu Minute bzw. Angriff zu Angriff für immer größer werdende Verunsicherung. Keinem Spieler gelang es mehr, technisch saubere Aktionen zu zeigen. Bei jedem Pass, selbst auf kürzeste Distanz, hatte man Angst, den Ball nicht richtig aus den Händen zu bekommen und so Fehlpässe zu spielen. Und auch die Torchancen, von denen man etliche gute hatte, wurden mitunter kläglich verworfen, darunter Siebenmeter, Tempogegenstöße oder 100%ige aus dem gebundenen Spiel. Mit jedem weiteren Fehler wuchs die Unsicherheit in den Holthuser Köpfen und es gelang nicht, den Schalter wieder umzulegen. Dabei zeigte auch die Heimsieben eine alles andere als überzeugende Vorstellung. Umso bitterer war der kollektive Blackout der Holthuser, denn ein Erfolg war wohl kaum „einfacher“ als am heutigen Tag. So ergab man sich seinem Schicksal und musste mit ansehen, wie Wilhelmshaven die Begegnung drehte und einen 20:16-Erfolg bejubelte. Überschattet wurde das Spiel leider von der wahrscheinlich schweren Knieverletzung des WHV-Spielers Marcel Harmuth, die er sich bei einer Angriffsaktion zuzog. Die Holthuser wünschen an dieser Stelle noch einmal gute Besserung und hoffen, dass sich die Verletzung nicht als so schlimm wie befürchtet herausstellt.

Für den TuS folgt nun erst einmal die Osterpause, die nächste Partie findet erst in fünf Wochen, genauer gesagt am 30.04.22., statt. Dann ist die SG Moorsum im Rheiderland zu Gast. Die Ausrede „Backe“ zieht dann auf jeden Fall nicht mehr.


TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars de Buhr (TW), Jörg Janssen (4/1), Johannes Kampen, Nico Havrilla (4), Markus Janssen (3), Jürgen Dreesmann (1), Marcus Wilken (4/1), Keno Poppen, Jan Löning.

Schiedsrichter: Stephan Arends

Spielfilm: 0:1 (5. Min.), 2:3 (10.), 5:6 (15.), 6:7 (20.), 8:9 (25.), 9:13 (Halbzeit), 10:13 (35.), 13:13 (40.), 14:13 (45.), 17:15 (50.), 19:15 (55.), 20:16 (Ende).

Zeitstrafen: 0 (TuS) / 2 (WHV)

Siebenmeter: 4 – 2 Tore (TuS) / 2 – 2 Tore (WHV)